07 November 2009

Die Samstags-Überraschung bei der Post

Wenn ich am Samstag vor diesem Fach unter Fächern stehe, hoffe ich immer ein wenig, dass ich nichts finde, was Arbeitszeit kostet. Klappt selten.

Das unterscheidet viele Anwälte von Staatsdienern. Die bekommen 4 1/2 Tage in der Woche ihre Post vorgelegt, wir holen sie am 6. Tag der Woche auch noch selbst ab, obwohl wir auch am Freitagnachmittag noch fleißig waren.



DEIN RECHT IST MEIN JOB


STRAFJURIST, bundesweite Strafverteidigung







Braunschweiger Tanzdeppen

Ganz Deutschland wird sie heute sehen, die Freunde der Wetten. Wetten?!

Oh Gott, hoffentlich wird der Schalk nicht zu schal.

Und hier werden all die freudig Errgeten sein, die eine Sekunde im Fernsehen gesehen werden wollen.



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Rammstein "Pussy" auf dem Index

"Zensursula" hat wieder zugeschlagen. Heise fragt nicht ganz zu Unrecht, ob Frau Ministerin sonst nichts zu zun hat. Das neue Album von "Rammstein" mit dem niedlichen Namen "Liebe ist für alle da" hat es ihr angetan.

Ich freue mich für die Rammsteine, eine so gute Werbekampgane für ein neues Album hätte auch die beste Werbefirma nicht erfinden können.

"Pussy" von "Rammstein" und das neue Album auf dem Index, schnell kaufen, das lohnt sich bestimmt!

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06 November 2009

Sie suchen das Amtsgericht Oschersleben ?

So sieht es aus:


Und hier können Sie es finden:


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Unheimliche Welt

Auf dem Weg zu einem Amtsgericht in Sachsen-Anhalt kam ich mir hier in der Landschaft vor wie auf einem anderen Planeten.



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05 November 2009

Überraschung

Weder die Vorsitzende der Wirtschaftsstrafkammer noch wir Verteidiger hatten bisher realisiert, dass von der Haftrichtervernehmung eines wichtigen Zeugen eine Videoaufzeichnung gemacht wurde.

Ein Polizeibeamter des Landeskriminalamtes hat nun darauf hingewiesen. Alle sind einig, die Aufzeichnungen in Augenschein zu nehmen. Irgendwie grinst der LKA-Beamte ein wenig schelmisch.

Jetzt weiß ich warum: Aufzeichnungsdauer: 8 Stunden. Jetzt fehlt nur Cola und Popcorn.

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04 November 2009

Zynismus pur - Amtsgericht Halle an der Saale und die Wochenfrist

Im Amtsgericht in Halle an der Saale macht man es wie in fast allen deutschen Gerichten. Man stellt dem Angeschuldigten im Fall einer notwendigen Verteidigung die Anklage zu und gibt ihm eine Frist von einer Woche, innerhalb der er dem Gericht mitzuteilen hat, ob er einen Verteidiger benennt, danach wird ihm ein Verteidiger vom Gericht beigeordnet (oft so ein rundgelutschter Schweiger, der Darmtaucherfahrung hat).

Dass der Angeschuldigte ggf. bei dem Verteidiger, den er sich wünscht, zunächst einen Termin vereinbaren muss, um den zu fragen, ob der kann und will, dass dann noch das Gericht informiert werden muss und dass dafür eine Woche eigentlich nichts weiter ist, als eine bodenlose Frechheit, drängt sich auf.

Beim Amtsgericht in Halle an der Saale knallt man dem Angeschuldigten dann auch prompt am Tage des Ablaufes der angeblich gesetzten Wochenfrist einen Zwangspflichtverteidiger vor den Latz.

Meine Beschwerde dagegen befasst sich mit dem Wochenproblem im Allgmeinen, aber auch mit dem besonderen Fall, dass der Mandant inhaftiert ist und schon deshalb die Postlaufzeiten etwas länger sind und der Mandant nicht einfach einen Termin bei dem Wunschverteidiger machen kann, sondern dieser zunächst in die JVA kommen muss. Dass in diesem speziellen Fall die Wochenfrist gar nicht ausreichen kann, versteht jeder - außer man ist Richter in Halle.

Der Beschwerde wurde nicht abgeholfen, weil "innerhalb der gesetzten Frist von einer Woche keine Reaktion erfolgte"!

Kein Wort zur Inhaftierung, kein Wort zur gedanklichen Auseinandersetzung mit der Zeitverzögerung wegen dieser besonderen Umstände. Schrieb ich gerade gedankliche Auseinandersetzung? Entschuldigung, verschrieben. Sollte heißen: Nicht nachgedacht, mit dem Gesäß draufgesetzt!

Ich traue mich schon nicht mehr, es zu schreiben: Es war schon wieder eine Richterin.

Ich bin für Emanzipation und Gleichberechtigung, bitte ab sofort wieder mal ein paar Männer zum Richter machen, BITTE!!!

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Schweinegrippe

In einer Verhandlungspause frage ich den Mandanten, ob er für den Hauptverhandlungstag Urlaub genommen hat. Das verneint er, das sei nicht notwendig gewesen, weil er krankgeschrieben sei.

Seine Familie stehe unter Schweinegrippe-Verdacht.

Dann werde ich mich mal die nächsten Tage ein wenig beobachten.

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03 November 2009

Das war schwer

Der Mandant war überzeugt davon, dass er nur kurz seine Geschichte dem Gericht erzählen muss, und schon gäbe es den Freispruch.

Zunächst musste ich ihm verdeutlichen, dass der Akteneinhalt alles etwas komplizierter erscheinen lässt. Und dann musste ich ihm auch noch irgendwie beibringen, dass seine anzüglich schmierige Art, sich mitzuteilen, eher kontraproduktiv sein könnte.

Als er dann, nachdem er geschwiegen hatte, die Begründung des Freispruchs hörte, sagte er mir: Gut, dass Sie mir das Reden verboten haben, das, was denen fehlte, hätte ich vorher brühwarm erzählt.


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Zumutung für den rechtsuchenden Bürger

Der Angeklagte lehnt die Richterin wegen der Besorgnis der Befangenheit ab, weil sie wenige Minuten nach Unterbrechung der Hauptverhandlung bis zum nächsten Verhandlungstag im Gerichtssaal dem Verteidiger, der nach einem durch den Nebenklägervertreter zur Akte gereichten Schriftsatz fragt, sagt: Das geht Sie gar nichts an!

In ihrer dienstlichen Stellungnahme outet sie sich als unberührt, jedenfalls von diesen Bereich betreffende strafprozessualen Regeln unberührt, denn sie teilt mit, ihre Äußerung könne nicht für ein Befangenheitsgesuch herhalten, weil sie selbige nach dem Ende des Hauptverhandlungstages ausgebracht habe.

Super! Nächstes Mal muss mein Mandant dann wohl damit rechnen, dass ein Richter nach einer Unterbrechung sagt: So Du Arsch, Dir altem Lügner reiße ich nächste Woche die Eier ab!

Darf der Richter ja, weil die Hauptverhandlung unterbrochen ist.

Ich empfinde es als ausgesprochene Zumutung, dass Personen über die Freiheit anderer Menschen entscheiden dürfen, die bei Angeklagten den Eindruck erwecken, für diesen Job völlig ungeeignet zu sein.

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02 November 2009

Das war es mit der Entlastung

Gut, das Landgericht meint, die von mir vorgetragenen Gedanken darüber, ob es sinnvoll ist, eine Berufung zurückzunehmen, hätten das Verfahren nicht gefördert, obwohl sie zu einer Berufungsrücknahme geführt haben.

Wenn denn meine Gedanken nicht förderlich sind, werde ich sie mir zukünftig nicht mehr machen und in solchen Fällen die Berufung erst nach Aufruf zur Sache in der Berufungshauptverhandlung zurücknehmen.

Muss ich wenigstens nicht mehr unbezahlt nachdenken. Die Vorsitzenden der Berufungskammern werden es dem Kollegen danken, ist ja auch immerhin jemand, der als Richter und LL.M zeichnet.

Respekt!

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Doofe gesucht

Versuchen kann man es ja mal, scheint ein Sachbearbeiter einer Bußgeldbehörde zu denken.

Eine Vollmacht hat er nicht bekommen und kobert zunächst mit der Bitte um Vorlage der fehlenden Vollmacht. Es folgt der Hinweis, dass da nichts fehlt, weil die Bevollmächtigung anwaltlich versichert wurde.

Und nun kommt es: Anrufvermerk: Es sei doch besser, eine schriftliche Vollmacht zur Akte zu reichen, weil dann die Zustellungskosten um 3,50 € weniger seien!

Gutes Argument, aber nicht gut genug.


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01 November 2009

Gibt hier bitte mal jemand einen aus?


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Wohnen in der schönsten Form

Und wer will in der Bude wirklich wohnen?



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Ich bin tiefergelegt

Parkplatz an der neuen Markthalle in Wolfsburg. Nicht so richtig befestigt, zu erreichen nur über einen Bordstein. Ich sehe, wie eine junge Frau als Fahrerin sich müht, gaanz langsam ein 3er BMW-Cabrio mit dickem Rohr, riesigen Felgen und einem gaaanz coolen Glatzkopf als Beifahrer über den Bordstein zu streicheln.

Klappt nicht ganz, irgendwas unter dem Auto macht plötzlich richtig fiese Geräusche: aufgesetzt.

Glatze vergißt sein offenmundiges Kaugummigekaue, springt aus dem Auto, schmeißt seine Kippe in schäumender Wut auf Mutter Erde und schreit die Fahrerin an:

Das ist SCHEISSE, Du weißt doch, ich bin tiefergelegt!

Ich schau ihn an und denke so bei mir:

Stimmt!

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