22 August 2008
Bitte nicht Furzen
Neuestes Beispiel: Vier Haftbefehle gegen vier Personen, denen man vorwirft, einem älteren Herren in dessen Wohnung im Wege eines sogenannten Trickdiebstahls eine Kassette gestohlen zu haben.
Das Opfer selbst hat berichtet, dass die Kassette leer gewesen ist.
Das genügt, um wegen der Höhe der zu erwartenden Strafe vier Haftbefehle zu erlassen.
Also: Vorsicht in Braunschweig beim Flatulenzen lassen!
Doppelmoral einer Dorfrichterin
Dass dieselbe Dame Taten, von denen sich in der Hauptverhandlung glasklar und unzweifelhaft herausgestellt hat, dass ein Freispruch erfolgen müsste, aus Bequemlichkeit nach § 154 StPO einstellt, obwohl das eindeutig unzulässig ist, zeigt, dass in Deutschland Juristen zum Strafrichter gemacht werden können, die sich bei Überprüfung der eigenen Berufsmoralansprüche im Vergleich zu dem, was sie von Verteidigern erwarten, als eher für diesen Job als möglicherweise ungeeignet erweisen.
21 August 2008
Grillverbot für Kinder und Jugendliche
Jedes Jahr erkranken in Deutschland 140 000 Menschen an Hautkrebs. Die Bundesregierung ist alarmiert und nimmt vor allem Solarien ins Visier.Bundesumweltminister Sigmar Gabriel (SPD) kündigte gestern strenge Auflagen für Sonnenbänke an: Im nächsten Jahr wird die Nutzung der Solarien für Minderjährige wegen massiven Hautkrebsrisikos komplett verboten. Neue Mindeststandards auch für Altgeräte sollen die Belastung mindern.
Polizisten angewichst
Am Dienstag gegen 16.20 Uhr konnte ein 42-jähriger Mann in einer Toilettenanlage im Mittleren Schlossgarten festgenommen werden, der mehrere Männer sexuell belästigt hatte.
Ein 64-jähriger Mann, der die Toilette benutzte und von dem 42-Jährigen belästigt worden war, sprach im Park eine Polizeistreife an. Daraufhin gingen zwei Polizeibeamte in Zivil nacheinander in die Toilettenanlagen und wurden ebenfalls belästigt, als der Mann sich neben sie stellte und onanierte. Er wurde vorläufig festgenommen. In seiner Vernehmung gab er sein Verhalten zu und wurde nach der Anzeigenaufnahme wieder auf freien Fuß gesetzt.
Ob dieses umfassende Geständnis im Rahmen der Strafzumessung noch eine tragende Rolle spielen wird, darf wohl berechtigt in Zweifel gezogen werden.
20 August 2008
Gottvertrauen in die Post
Die nette Geschäftsstellendame teilte mir mit, der Termin sei vorgestern aufgehoben worden und man habe mir die Mitteilung an diesem Tag auch per Post zugesandt.
Im Zeitalter von Telefon,Fax und eMail sicher eine gewagte Hoffnung, dass mich die Mitteilung ausgerechnet mit der Schneckenpost pünktlich erreicht. Gut, dass es nur die 25 km nach Salzgitter waren und nicht ein Termin in Rostock, Duisburg oder Wolfratshausen.
Die Mafia ist unter uns
Das große Geld kann die Mafia nur machen, wenn die Politik mitspielt - so wie in Deutschland. Das sagt ein Pate der kalabrischen 'Ndrangheta.
Quelle: spiegel-online
Wenn man das so liest:
Wir sind da, wo das Geld fließt. In Deutschland fühlen wir uns besonders wohl, weil man dort noch Respekt voreinander hat.SPIEGEL ONLINE: Stehen auch deutsche Politiker auf Ihrer Gehaltsliste?
Capo: Wenn es nicht so wäre, wären wir nicht da. Das große Geld lässt sich nur verdienen, wenn die Politik mitmacht.
Springer-Kartell mit ProSiebenSat.1 auf dem Prüfstand
Ein Urteil über die vom Bundeskartellamt verbotene Übernahme des TV-Konzerns ProSiebenSat.1 durch die Axel Springer AG will das Oberlandesgericht (OLG) Düsseldorf am 8. Oktober verkünden. Das teilte ein Gerichtssprecher am Mittwoch mit. Das OLG geht der Frage nach, ob es rechtens war, dass das Bundeskartellamt die Fusion Anfang 2006 stoppte. Springer hatte geklagt, um für mögliche künftige Fusionen Rechtssicherheit zu haben.Der Bundesgerichtshof (BGH) hatte im September 2007 entschieden, dass das vom Bundeskartellamt verfügte Verbot der Übernahme von ProSiebenSat.1 durch Springer nachträglich gerichtlich überprüft werden muss.
Quelle: dpp
Auch die Genehmiung würde die Qualität der Senderkette kaum noch verschlechtern können.
19 August 2008
Schummeln verboten - Scheidungsbeschiss ade?
Die Möglichkeit zu Mogeleien bei Vermögenswerten zulasten des Ex-Partners soll bei Scheidungsverfahren künftig eingeschränkt werden. Mit der Reform des Zugewinnausgleichs würden «einige Ungereimtheiten» in den bisherigen Regelungen bereinigt, sagte Bundesjustizministerin Brigitte Zypries (SPD) am Dienstag in Berlin. Die Gesetzesänderungen, die am Mittwoch auf der Tagesordnung des Bundeskabinetts stehen, schaffen laut Zypries mehr Gerechtigkeit bei der güterrechtlichen Auseinandersetzung im Scheidungsfall. Familienrechtsexperten forderten derweil weitergehende Reformen der Ausgleichssysteme nach Scheidungen.
Ob der Scheidungsbeschiss dadurch wirklich eingedämmt wird, darf wohl bezweifelt werden.
Stinkender Discounter
Die Polizei hat einen Lidl-Erpresser festgenommen. Der 65 Jahre alte Rentner habe gestanden, im Juni den Neckarsulmer Lebensmittelkonzern erpresst zu haben, teilte die Polizei in Heilbronn mit. Als Motiv gab der Mann private finanzielle Probleme an. Nach Polizeiangaben hatte er damit gedroht, Filialen des Discounters mit einer stinkenden Substanz zu verunreinigen. Er forderte einen sechsstelligen Betrag.
Quelle: dpa
Leider gibt es bei Konkurrenzunternehmen Filialen, bei denen man eine solche Substanz nicht braucht, weil der Erfolg schon eingetreten ist.
Vollmachtvorlage in der hessischen Provinz und ihre Folgen
Sie sah zwar ein, dass das Gesetz und die Rechtsprechung davon ausgehen, dass eine schriftliche Vollmacht nicht zwingend vorgelegt werden muss und dass es gute Argumente dafür gibt, keine schriftliche Vollmacht vorzulegen, aber sie meinte, in dem dörflichen Gerichtsbezirk sei so etwas halt nicht üblich, keine schriftliche Vollmacht vorzulegen.
Und wenn man dort als Anwalt tätig wäre und keine Vollmacht vorlegen würde, sei nicht auszuschließen, dass man dann bei der Verteilung von Pflichtverteidigungen nicht mehr oder jedenfalls weniger bedacht würde.
Ein offenes Wort zu einer falschen Meinung.
Kiffer lässt das Gras wachsen
Meine Erklärung, dass damit anderes Gras gemeint sei, als das, das in der Anklage eine Rolle spielt, wurde wohlwollend verstehend zur Kenntnis genommen, laut lachen musste aber alle Beteiligten.
Skandal: Auch Handel mit Daten von Telekom - Kunden
Im Skandal um illegal gehandelte sensible Kundendaten wird der Ruf nach einem Einschreiten des Staates lauter. Die NRW-Landesbeauftragte für Datenschutz, Bettina Sokol, forderte in der «WAZ» ein generelles Verbot für den Handel mit persönlichen Daten. Grünen-Fraktionsvize Bärbel Höhn plädierte dafür, die Abschöpfung der unrechtmäßigen Gewinne der Datenschieber möglich zu machen. Nach Recherchen der ARD-Sendung «Kriminalreport» sind auch Kunden der Deutschen Telekom vom illegalen Datenhandel betroffen.
Beeindruckend die grandiose Idee der Gewinnabschöpfung. Ich sehe die Datenhändler vor Angst zittern und natürlich mit dem Gedanken spielend, sofort umzusatteln und nur noch solide Geschäfte zu machen.
18 August 2008
Faxen im Kopf III
Nachdem ich hier über die Fehleinschätzung des Amtsgerichts Braunschweig in einer Strafsache über die Frage, ob ein Kostenantrag auch per Fax gestellt werden darf, berichtet habe und feststellen durfte, dass der dortige Kostensachbearbeiter verstanden hat, dass das Original das ist, was bei Gericht aus dem Fax quillt, kommt nun die Abteilung "Familiengericht" mit dem Ansinnen, mir das "Original" des Kostenantrages zu schicken.
Nachdem der BGH nun ganz neu mal wieder entschieden hat, dass das "Original" nicht nachgesandt werden muss, bin ich gespannt, wieviel Abteilungen eines Gerichts einzeln diese Information brauchen, um diese lästigen Nachfragen zu unterlassen.
17 August 2008
PPP - Polizisten per pedes
Wegen der hohen Kraftstoffpreise sollen Polizisten in Baden-Württemberg öfter als bisher zu Fuß auf Streife gehen.Der Vorsitzende der Deutschen Polizeigewerkschaft Baden-Württemberg, Joachim Lautensack, sagte dem Nachrichtenmagazin "Focus" laut Vorabbericht:
"Die Streifenpolizisten erhalten verstärkt Anweisungen, ihre Autos stehen zu lassen und zu Fuß auf Streife zu gehen." Es müsse zusätzliches Geld aus dem Landeshaushalt fließen, sonst drohe zum Jahresende ein Stopp von Streifenfahrten.
Quelle: express
Da sollten dann aber die Bankräuber und andere einschlägige Berufsgruppen gebeten werden, auch nur noch zu Fuß zu gehen, um die Chancengleichheit nicht in Fage zu stellen.


