28 September 2010

Insoweit, insoweit, insoweit ...

Manchmal ist es verblüffend, feststellen zu müssen, dass manche Prozeßbeteiligte beim Reden sich offenbar nicht mehr unter Kontrolle haben und gar nicht merken, dass das, was sie sprechen, eigentlich mit sinnvoller Sprache nichts mehr zu tun hat.

Es geht hier um einen Prozeßbeteiligten, der sich in das Wort "insoweit" dermaßen verliebt hat, dass es bald keinen Satz mehr gibt, in dem dieses Wort nicht zumindest einmal wenn nicht zigfach vorkommt. Unerträglich, selbst beim Vorlesen von Urkunden rutscht ihm manches Mal ein "insoweit" in den Text, obwohl das Wort dort gar nicht steht.

So müssen wir uns permanent in etwa anhören (beispielhaft):
Insoweit verlesen wir jetzt insoweit die insoweit in der insoweit angelegten Behördenakte das insoweit gefertigte Schreiben vom insoweit 12.12.1988, wobei insoweit die insoweit auffindbare Unterschrift insoweit nicht lesbar ist.

Nicht übertrieben! Ich schwöre insoweit beim Augenlicht meines insoweit verstorbenen Eichhörnchens.

DEIN RECHT IST MEIN JOB
STRAFJURIST, bundesweite Strafverteidigung
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Kommentare:

RAinBraun hat gesagt…

Tote Hörnchen schon am Vormittag! Es ist insoweit eine grausame Welt.

Rechtspfleger hat gesagt…

Am Freitag hatte ich den Antrag eines Antragstellers aufgenommen, der anstelle des "insoweit" immer ein "in dieser Hinsicht" verwendet hat. Ich kann Ihnen also sehr gut nachfühlen - mit dem kleinen Unterschied, dass ich "in dieser Hinsicht" darauf noch einen sachdienlichen Antrag machen sollte ;)

kj hat gesagt…

insoweit könnte ein Verstoß gegen das Tierschutzgesetz in Betracht kommen ...

Anonym hat gesagt…

Hübsch auch "diesbezüglich" oder "wie gesagt". Ebenso nett wie gespreizt "in kollegialiter".

Anonym hat gesagt…

Ich hatte mal einen Prof, der als Füllphrase "an der Stelle" verwendete. Nach dem 200. Auftreten binnen einer Vorlesung (90 Minuten) haben wir aufgehört, mitzuzählen :-)

John Cage hat gesagt…

An und für sich finde ich das Wort "insoweit" gewissermaßen im Prinzip insofern nahezu praktisch so gut wie sozusagen quasi doof. Wobei ich die Liebhaber des Wortes "quasi" am nervigesten finde.

Anonym hat gesagt…

@ john Cage: OBWOHL QUISI QUASI SICH DOCH IRGENDWIE NOCH BEINAHE FAST UNGEFÄHR WISSENSCHAFTLICH ANHÖREN KÖNNEN SOLLTE oder so!

Anonym hat gesagt…

"Manchmal ist es verblüffend, feststellen zu müssen, dass manche Prozeßbeteiligte beim Reden sich offenbar nicht mehr unter Kontrolle haben und gar nicht merken, dass das, was sie sprechen, eigentlich mit sinnvoller Sprache nichts mehr zu tun hat."

Soll ja bei manchen Leuten die Law-Blogs betreiben ähnlich sein.
Und bei manchen Kommentatoren.

Anonym hat gesagt…

@Anonym "Mittwoch, September 29, 2010 12:09:00 AM":

Irgendwie kommt das immer wieder vor, das Leute irgendwie immer das selbe Füllwort, z.B. "irgendwie" benutzen. Und irgendwie gibt es Leute, denen das irgendwie nicht auffällt, und es gibt irgendwie andere Leute, die da irgendwie Kommentare dazu machen.
Irgendwie ist das, insoweit feststellbar, in dieser Hinsicht, manchmal quasi recht unterhaltsam.
Ok, du Anonym, du hast Recht!

 

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