16 Juli 2010

Familien-Bande

Viele Kollegen rümpfen nur die Nase, wenn sie das Wort "Strafrecht" auch nur hören. Alles ganz einfach, und dann noch die Vorstellung, diese schmuddeligen Straftäter im Wartezimmer sitzen zu haben, da bekommt der Kollege mit dem Nadelstreifen und der Brioni-Krawatte schon mal Pickel, und zwar überall.

Was die Kollegen verpassen, wissen sie gar nicht. Täglich ein zwei Ermittlungsakten, und man lernt so viel dazu, dass es kaum auszuhalten ist. So weiß ich jetzt endlich, was der Begriff "Schwiegervater" bedeutet, den jemand bei seiner Vernehmung besser definiert hat, als das jedes Lexikon könnte:

In der Gaststätte habe ich mich an die Theke gesetzt. Nun muß ich noch sagen, daß mein Schwiegervater bei mir war. Es handelt sich bei meinem Schwiegervater um den Lebensgefährten meiner Schwiegermutter - Johannes Schwieginskie aus Vaterstadt.


DEIN RECHT IST MEIN JOB
STRAFJURIST, bundesweite Strafverteidigung
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Kommentare:

Anonym hat gesagt…

Ach, Herr Kollege. Die nadelbestreiften Brioni-Träger bekommen keine Pickel. Sie interessieren sich einfach nicht dafür. Was gibt es Langweiligeres als die konsequente Fortsetzung der Nachmittags-Talkshows auch noch in Akten erleben zu müssen. Das wahre Leben spielt woanders

ElHerzog hat gesagt…

Ich hätte es nicht besser ausdrücken können als mein anonymer Vorredner.

Werner Siebers hat gesagt…

Na ja, wenigstens habe ich soviel zu tun, dass ich keine Zeit habe, mir die Nachmittags-Talkshows anzuschauen.

kj hat gesagt…

Macht auch Spass als Strafrichter. Wenn man aber nicht so eine Art Freisler Mentalität mitbringt, ist dann schnell Schluss mit der Karriere. Wer durchgreift und viele einsperrt, ist dagegen der Größte, nicht die rechtstaatlichen Bedenkenträger. Das gilt zumindest für den fernen Osten der Republik.

 

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