21 April 2008

Aber hallo!

Aber hallo, Juraprofessoren!

Ob Ihr nun Horst Dreier, Reinhard Merkel oder Günther Jakobs heißt: Es ist schon eine bemerkenswerte Tendenz, daß Ihr jetzt praktisch ausnahmslos der Ansicht seid, daß man die Folter ein ganz klein bißchen erlauben müsse, natürlich unter diesen und jenen »sehr, sehr strengen« Voraussetzungen, aber doch schon ein bißchen. Seltsam, nicht? Von Kunstprofessoren hört man selten Anleitungen zum Kunstraub, von Architekturdozenten keine Apotheose des Waschbetons. Woher dieses Bedürfnis gerade bei Euch? Ist es der Wunsch, sich unbedingt als »umstrittener«, gar »gefährlicher« Jurist mit aller Macht ins Feuilleton zu stemmen, natürlich im Zweifel harmlos und stets »diskussionsfähig«? Oder aber, Hand aufs Herz: Ist es nicht doch vielmehr eine unter Aktenbergen und zentnerschweren BGBs in die unwägbarsten Ecken gequetschte Libido? Für diesen Fall haben wir einen guten Tip: Im Bahnhofsviertel gibt es so Damen, die ­unter sehr, sehr strengen Voraussetzungen bereit sind, Euch im Extremfall ein ganz klein bißchen Erleichterung zu verschaffen, und auch willens, den Diskurs über die Folter ohne ideologische Scheuklappen zu führen. Der Vorteil wäre, daß wir hernach nichts davon in der Zeitung lesen müssen. Und so wäre uns allen geholfen.

Haben wir einen Deal?

Fragt streng:

Titanic


Quelle: titanic

Wo ist das Ziel und wo das Ende?

Kommentare:

Anonym hat gesagt…

es gibt kein ziel, und es ist kein ende abzusehen. statt eines ziels werden befindlichkeiten bedient, menschen drängen sich in bereiche, in denen sie nichts zu suchen haben. moral mischt sich ins recht, gegen unwägbarkeit, die nicht zu vermeiden ist, wird sicherheit versprochen, und jahrhunderte alte fehler sollen zur vermeidung von untätigkeit wenigstens zu allem entschlossen wiederholt werden.

treffender kommentar der titanic, geht es doch um die eigenhändige demontage eines ehrbaren berufsstandes.

.~.

Anonym hat gesagt…

Guten Abend Titanic.
Ich denke, dass Ihre Einwände gegenüber den neu entstandenen Folterdiskusionen durchaus diskutabel sind.
Ihr Vergleich zu Kunstprofessoren und Architekten leider aber recht deletantisch, ein Kunstraub hat doch reichlich wenig mit der kritischen Auseinandersetzung strafrechtlicher Ideologien zu tun.
Es geht in Diskusion darum, dass die Androhung der Folter vielmehr eine Nötigung darstellt, als eine tatsächliche Folterung. Fraglich ist natürlich,ob und in welchen Situationen eine solche Nötigung legitim ist.
Ihr Kommentar die Professoren sollten sich doch einmal ins Rotlichtmilleu begeben, um sich dort Abhilfe zu verschaffen,ist eine Frechheit.

Freundlichst.

 

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