08 März 2012

Eine gute Ehe

Die Dame wird mit Betrugsvorwürfen überzogen; nicht dramatisch, aber es kommt doch ein 4stelliger Schaden zusammen. Ich werde beauftragt und lasse mir die Akte kommen, von der die Mandantin eine Kopie erbittet, die ich ihr auch selbstverständlich zur Verfügung stelle.

Dann bekomme ich ein Fax von ihrem Ehemann, der mir, der Staatsanwaltschaft, irgendeinem nicht zuständigen Gericht und dem Bundesverfassungsgericht mitteilt, dass er nunmehr die Vertretung seiner Ehefrau übernommen habe und er nach Akteneinsicht durch seine Ehefrau empört darüber ist, dass seine Frau mit völlig haltlosen Vorwürfen überzogen wird.

Ok, dann hat die Frau jetzt endlich einen guten, nein, hervorragenden Verteidiger, der der Justiz sicher zeigen wird, wo es lang geht. Gut, dass ich aus der Nummer raus bin. Und gut, dass es noch treu sorgende und allwissende Ehemänner gibt.



DEIN RECHT IST MEIN JOB
STRAFJURIST, bundesweite Strafverteidigung

Kommentare:

Ralf Mydlak hat gesagt…
Dieser Kommentar wurde vom Autor entfernt.
Ralf Mydlak hat gesagt…

Ob Empörung eine gute Verteidigungsstrategie ist? Ich fürchte, wir werden es nie erfahren! ;-)

Obwohl: ich hatte mal eine Mandantin, die sich nach Jahr und Tage meldete und meinte: "Hätte ich doch besser auf sie gehört." ;-)

RA Eickelberg hat gesagt…

Vor allem die Mitteilung an das Bundesverfassungsgericht wird dem treusorgenden Gatten den Erfolg bringen...

Werner Siebers hat gesagt…

Viele bekommen den Verteidiger, den sie verdienen ;-)

Rechtsanwalt Thomas Will hat gesagt…

Ich hätte vorsorglich noch den Bundespräsidenten angeschrieben...ach so, geht ja grad nicht...

Anonym hat gesagt…

Hat er Ihnen denn auch mitgeteilt, dass Sie ohnehin mangels Ernennung durch den Reichsjustizminister der kommissarischen Reichsregierung nur ein Schein-Anwalt sind und deshalb auch nichts abrechnen dürfen ;) ?

Miraculix hat gesagt…

Nochmal ganz langsam:
Die Mandantin hat Sie beauftragt.
Der Ehemann schreibt etwas dazu.
Ist das überhaupt relevant?
Hat er etwa eine Vollmacht?

kj hat gesagt…

Hoffentlich haben Sie einen Vorschuss bekommen oder hat die Dame auch Sie gelinkt und es sind nun fuenf Faelle mit funefstelligem Schaden ;-).

Vielleicht werden Sie dann sechsstellig verklagt, weil die Dame ohne ihre Hilfe einsitzen musste, weil Ehemann ja Mandat nicht beenden konnte.

Thomas hat gesagt…

Ich glaube, die Dame kenne ich. Von der habe ich noch 600,- Euro zu bekommen. Hatte nämlich vergessen, einen angemessenen Vorschuß zu nehmen. Wenn der Vorwurf auf Betrug lautet, verlange ich seitdem alle voraussichtlichen entstehenden Gebühren und Auslagen als Vorschuß. 70% dieser Mandate erledigen sich auf diese Weise.

 

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