27 Mai 2008

Lässt sich die Staatsanwaltschaft das gefallen?

Die so genannte mobile Opferberatung hat in dem Halberstädter Theaterprozess aus meiner persönlichen Verteidigersicht von Beginn an eine obskure Rolle gespielt. Jetzt hat eine Vertreterin dieser jedenfalls zum Teil aus öffentlichen Mitteln finanzierten Gruppe, Frau Heike Kleffner, gegenüber dem MDR zum Rundschlag ausgeholt und die Staatsanwaltschaft auf massive Weise diskreditiert und eine Behauptung aufgestellt, die den Vorwurf der Strafvereitelung oder sogar der Rechtsbeugung beinhalten könnte.

Es wird mit Interesse zu verfolgen sein, ob sich die Justizbehörden -wie aus meiner Sicht bisher mehrfach geschehen- weiterhin von diesen Herrschaften auf der Nase herumtanzen lässt.

U.a. hat Frau Kleffner gegenüber MDR 1 Radio geäußert:
"Wenn man Interesse an einer realen Strafverfolgung hat, dann bereitet man eine Anklage gründlich vor, das ist in diesem Fall nicht passiert."
Also: Nach dieser Meinung hatte die Staatsanwaltschaft kein Interesse an einer realen Strafverfolgung. Dieser Vorwurf ist heftig und erkennbar an den Haaren herbeigezogen!
"Was wir hier gesehen haben, dass die Staatsanwaltschaft im Prozess ihre eigene Anklage nicht mehr vertreten hat und sich praktisch zu Hilfsbütteln der Verteidigung gemacht hat und noch dazu die Opfer behandelt hat, als wären sie die eigentlichen Beschuldigten."
Nicht nur nach meiner Auffassung ist es schlicht unerträglich, dass eine Gruppierung, aus der solch massive unberechtigte Angriffe auf die Justiz erfolgen, auch noch mit öffentlichen Mitteln gefördert wird. Und davon abgesehen brauche ich als Verteidiger keine Hilfsbüttel bei der Staatsanwaltschaft, das gilt sicher auch für meine Mitverteidiger.

Kommentare:

Percy hat gesagt…

Ganz übel. Zu allem Überfluß lädt die die folgende Seite auch noch zum Court Shopping ein:

http://www.mobile-opferberatung.de/index.php?lnk=11

Und solche Leute erhalten auch noch öffentliche Gelder - traurig.

Anonym hat gesagt…

Die StA wird sich hüten in diesem Fall das "Maul" zu weit aufzumachen. Ich, der den Prozess nur aus den Medien kennt, glaube ja schon, dass da nicht alles nach Plan lief. Wieso haben denn die Angeklagten überhaupt in U-Haft gesessen, wenn gegen sie nie mehr oder weniger vorlag als jetzt? Da ist es natürlich klar, dass die Opfer und die Opfervertreterdann ihrem Unmut in der Öffentlichkeit Luft machen. Und was heißt hier schon von öffentlichen Geldern gefördert. Ob öffentlich oder nichtöffentlich, die meisten ihrer Rechnungen dürfte ja wohl auch Väterchen Staat tragen, also mal nicht so laut rumbrüllen!

Werner Siebers hat gesagt…

Drei der Angeklagten haben in Untersuchungshaft gesessen, obwohl so gut wie nichts gegen sie vorlag.

Darüber hat sich die Opferberatung ganz sicher nicht aufgeregt, bei denen scheint es eher so, dass sie Haftbefehle allein aufgrund bestimmter Haarschnitte für ausreichend erachtet.

Und wenn ich hin und wieder schlecht und sehr zögerlich vom Staat bezahlt werde, dann ganz bestimmt nicht dafür, dass ich das Gegenteil dessen mache, was meine Aufgabe ist.

 

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