03 Februar 2009

Kurt Demmler hat sich in der Untersuchungshaft das Leben genommen

Und nicht zum ersten Mal stellt sich die Frage, wie gut suizidgefährdete Personen in der Untersuchungshaft vor sich selbst geschützt sind.
Der wegen Kindesmissbrauchs angeklagte ostdeutsche Liedermacher Kurt Demmler hat sich im Gefängnis das Leben genommen. Wie ein Sprecher der Justizverwaltung Berlin mitteilte, wurde Demmler am Morgen tot in seiner Zelle in der Untersuchungshaft entdeckt. Wenige Stunden später hätte der Prozess gegen Demmler fortgesetzt werden sollen. Der Justizsprecher bestätigte damit Berichte mehrerer Zeitungen. Der 65-jährige DDR-Nationalpreisträger Demmler war wegen sexuellen Missbrauchs von Mädchen in mehr als 200 Fällen angeklagt.
Quelle: dpa

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Kommentare:

Anonym hat gesagt…

Wie würden Sie denn das handhaben, Herr Siebers?

24h Totalüberwachung der Gefangenen? Tägliche psychologische Kontrollen bei nicht auffälligen Personen?


Interessant wäre zu wissen, welche Motive vorlagen, etwa Schuldeingeständnis oder U-Haft-Koller.

Rockafella hat gesagt…

Ich dachte erst, "nicht zum ersten Mal" bezöge sich auf den Suizid. Bin etwas übermüdet heute.

Werner Siebers hat gesagt…

Solche selbstschädigenden Aktivitäten kündigen sich in der Regel an und es gibt Anstalten, in denen sehr effektiv solchen Gefährdeten Hilfe zukommt.

Anonym hat gesagt…

andere arten der prozessflucht werden doch auch verhindert, warum kann ein gefängnis in diesem fall nicht leisten, was so ziemlich jedes krankenhaus hinbekommt?

.~.

Anonym hat gesagt…

zu kurt demmler:
auch wir liebten seine songs und sie begleiteten unseren alltag. wir kannten ihn durch unsere arbeit . er war ein freund und ab und zu auch besuch in unseren 4 wänden. er wollte mit mädchen singen: "sag mal. deine singt doch auch ?!"
ja, sie liebt es zu singen.
zu einem freund kann man doch sein kind geben, nicht wahr, zumal er ihr auch wie ein familienangehöriger erschienb ? ! sie war 11 und kannte seine musik schon fast ab der wiege, wie ein "mentaler vater".
wir wussten irgendwie, das er junge freundinnen hatte, so noch vor 20 aber wir wussten nicht, das er soo gerne "der erste " war und schrittchen für schrittchen bei den "proben" daran arbeitete.
irgendwann hieß es: proben- und bei ihm schlafen.
nachgefragt, versicherte er, das es mehrere mädchen wären, die bei ihm sind.
ein schelm, wer arges von einem so bekannten guten menschen denkt.
ja - und er wurde der erste. wenn er eine abweisung bekam , ging ihm die luft aus und er kündigte an, sich das leben zu nehmen...
später , als es "passiert" war: der lehrer mit der anvertrauten schülerin . ihn zur rede stellend, versicherte er lachend, das ihm nichts passieren könne und bemühte sich sogar noch um verständnis.
ihm, sagte er, würde man schließlich diese naivität nicht mehr abnehmen, aber die mädchen, die täten das noch.

war er nicht auch eine galionsfigur geworden für unser erträumtes ideal und die, die nicht "betroffen" waren, würden ihm die "besonderen vorlieben", die er als quelle für seine "naivität" brauchte, gerne nachsehen.
ich kannte wenig krimis und die möglichkeit der heimlichen aufnahmen nicht. wie schade. er hatte unter vier augen keinen anlass zu leugnen.
er wäre halt, wie er war.

wir verloren viel vertrauen in freundschaft, die lieder auch - jedes wort trug plötzlich den mantel der täuschung, waren sprachlos - gingen situationen durch, wie , wann hätten wir wissen, ahnen sollen, war es vorsatz....
kurt hat lange schatten geworfen. für die, die seine dunkle seite nicht kannten, vielleicht auch wärme. bei uns ist ein rest fassungslosigkeit geblieben.

den realen brauchten wir nicht mehr in unserem leben.
man hörte nicht mehr viel von ihm, ausser dem paukenschlag: er hatte nicht aufgehört !!! nicht weiser geworden, nur älter.
die nächste generation mädchen. unglaublich.
und er hat wort gehalten- fast 20 jahre später-
wenn sie "singen", brächte er sich um.
ich hätte mir eine andere konsequenz dieses lebens gewünscht- aber vielleicht wisst ihr, die ihn ja anders kennt oder zu kennen meint, weshalb er den anderen weg nicht gehen konnte.
bei den müttern und mädchen kann ich nur abbitten, das wir ihn nicht aufhalten konnten.
für sie und uns bleibt er wohl mehr der wolf im schafspelz, von dem man sich wünscht, das er den lebensweg nie gekreuzt hätte.
rose

Anonym hat gesagt…

Wo steht geschrieben, dass man seinem Leben nicht selbst ein Ende setzen darf? Ich will mir das Recht nicht nehmen lassen - im Fall der Fälle. Und der Mann hat wenigstens nicht andere ins Elend gestürzt wie die Geisterfahrer oder die Vor-den-Zug Werfer.

 

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