06 Mai 2010

Bürgertum-Terrorismus oder Gebäudereiningung

Warum pinkelt jemand an eine Hauswand? Ist das Pinkeln an Hauswände verboten, darf es verfolgt und mit Bußgeldern oder sogar Strafen belegt werden? Oder provozieren möglicherweise Gemeinden dieses öffentliche Entleeren des Körperinneren dadurch, dass kaum noch öffentliche Toiletten mehr vorgehalten werden? Ist etwas vorwerfbar, wenn man etwas tut, was man nicht mehr zurückhalten kann?

Eine Diskussion auf höchster sprachlicher Ebene zu einem öffentlichen Problem, das nicht nur in Braunschweig immer mal wieder heiß diskutiert wird, findet sich


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STRAFJURIST, bundesweite Strafverteidigung
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Kommentare:

Lore hat gesagt…

Pissoirs ohne Wasser waren in einigen Städten im Osten Deutschlands noch in den 70iger Jahren in Funktion – nichts für empfindliche Nasen!
Aber immerhin war es eine Gelegenheit (geeignet ohnehin nur für Herren), den Überdruck los zu werden, noch bevor es die Schädeldecke abhob.

Tausende Menschen laufen täglich Angst schwitzend durch Städte auf der Suche nach einer Gelegenheit oder wenigstens nicht öffentlich einsehbaren Stelle, um sich der Abprodukte ihres Stoffwechsels noch rechtzeitig zu entledigen, bevor ein Schutzreflex die Schleusen öffnet.

Und das muss nicht sein! Denn es gibt dafür technische Lösungen in Form selbstreinigender "Häuschen".

Zugegeben, nicht unbedingt schön wirkend neben einem historischen Gebäude, aber man kann sie auch so in ein Stadtbild einordnen, dass sie nicht stören.

Für jede Einrichtung wird anhand einer Vorschrift ermittelt, wie viele Toiletten entsprechend der Beschäftigtenstruktur erforderlich sind – warum können Stadtverwaltungen den Bedarf für ihre Innenstädte nicht auch ermitteln? – Weil sie das Problem verdrängen? (Ihre Dienststellen liegen in der Regel mitten in der Stadt, wo sie auch können/dürfen, wenn sie mal müssen).
Oder möchte man nur nicht auf eine "Einnahmequelle" in Form von Bußgeldern verzichten?

Tourix hat gesagt…

@ Lore
Für die Gemeinden ist das Hauptproblem bei den öffentlichen Toiletten, eber der dass sie öffentlich sind.
Das bedeutet, dass auch Randalierer diese Toiletten nach belieben aufsuchen und zerlegen können.
Die dadurch entstehenden Kosten können jährlich locker 100.000 übersteigen.
Eine Alternative wären die Vandalismus sicheren Klohäusschen.
Darim ist alles mit Edelstahlplatte verkleidet. Wasser und Seife kommen automatisch.
Aber die Anschaffungskosten dafür sind horrend.
Vor diesem Hintergrund wird es verständlich, dass die finanziell klammen Gemeinden sich vor diesen Ausgaben drücken.

Lore hat gesagt…

Kapitulation vor Vandalismus? – Und der Otto-Normal-Verbraucher soll sich deshalb in die Hose pinkeln oder, wenn er das nicht möchte und es dennoch nicht mehr aushalten kann, ein Bußgeld oder eine Ordnungsstrafe zahlen?

Warum hat früher niemand die "Pissbuden" zerstört? – Weil man mit Vandalen härter umgegangen ist? Oder weil schon die Erziehung in Elternhaus und Schule eine andere war?

Wo liegen die Ursachen? Wissen viele mit dem Begriff "Freiheit" nichts anzufangen und glauben, dass es keine gesellschaftlichen Grenzen für bestimmtes Auftreten und Handeln mehr gibt?

Auch in der heutigen Zeit werden Menschen klein, nackt und unschuldig geboren und der Vandalismus ihnen nicht in die Wiege gelegt.

Anstatt gepanzerter Örtlichkeiten, könnte man das "Pinkelproblem" in Innenstädten natürlich auch über Pachttoiletten lösen – es gäbe ein paar Arbeitslose weniger, im allgemeinen wird dort auch auf die entsprechende Hygiene geachtet und sollten sich wirklich ein paar Randalierer einfinden, sind über ein Handy auch die Ordnungshüter schnell da.

Wo ein Wille ist, ist immer auch ein Weg – warum hat man nur im Ausland mehr Verständnis für die "Dringlichkeiten" der Einwohner und Gäste?

Tourix hat gesagt…

Wo liegen die Ursachen für Vandalismus ?
Es gibt zwar einige Antworten, aber es sind keine wirklich überzeugende dabei.
Da das horrende Kosten verursacht (alleine bei der Bahn jährlich mehrere Millionen) gibt es dazu sogar schon Studien. Aber eben keine wirkliche Antworten und vor allem keine überzeugende Lösungen.

Interessant finde ich die "mitgelieferte" Lösung für Toilettenhäusschen. Am Montag treffe ich einen Fachmann für derartiges. Mal sehen was er dazu meint.

 

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